Bericht 2. Spieltag VR

 

 

Optimaler hätte der Saisonstart für Verbandsklasse-Aufsteiger VfL Herrenberg nicht ausfallen können. Im Bezirksderby gegen die favorisierte SV Böblingen gelang dem Gäuteam zum Auftakt der große Coup in Form eines 9:5-Erfolgs. Ein anderes Derby zweier Bezirksteams ging hingegen verloren, die Landesklasse-Männer unterlagen der Sindelfinger Zweiten mit 6:9.

Die Ziele vor dem Aufeinandertreffen der beiden Verbandsklasse-Teams aus Herrenberg und Böblingen waren klar definiert: Während der Aufsteiger aus Herrenberg sich primär vornahm, mit einer guten Leistung im neuen Umfeld aufzuwarten, wollten die Kreisstädter unbedingt gewinnen, um ihreer Favoritenrolle und den selbst gesteckten Erwartungen gerecht zu werden. Mit Spitzenspieler Tim Kimmerle sowie den jungen Eigengewächsen Luis Hornstein, Gordon Vogt und Christian Köhler gehört die SVB zu den Topteams der Liga. Die Herrenberger hingegen gingen die schwierige Heimaufgabe in der überdurchschnittlich gut besuchten Aischbachhalle gelassen an. Kapitän Max Hering: „Wir wussten im Vorfeld um unsere Außenseiterrolle, hatten aber irgendwie auch das Gefühl, dass in dieser Partie trotzdem etwas drin ist, zumal wir unsere Gegner allesamt recht gut kennen.“

Und der Gastgeber setzte gleich zwei Zeichen. Georg Gerlach und Piet Herr gewannen einen Doppel-Krimi gegen Arno Egger/Christian Köhler mit 10:12, 11:9, 11:2, 10:12 und 12:10 und Domenico Sanfilippo verbuchte in einem nicht minder spannenden Einzel gegen Hassan Hosseini einen weiteren wichtigen Zähler. Ging Durchgang eins noch klar mit 1:11 verloren, steigerte sich die Herrenberger Nummer eins von Ballwechsel zu Ballwechsel. Trotz eines 16:18 im nicht enden wollenden zweiten Satz glaubte Sanfilippo noch an den Sieg. Mit 11:3, 11:4 und 14:12 gelang ihm nach Abwehr eines Matchballs tatsächlich noch die Wende, so dass sein Team mit 3:1 in Führung ging. Das Momentum hatte zu diesem Zeitpunkt zweifelsohne der VfL für sich verbucht, erst recht, als es Max Hering gelang, den SVB-Topspieler Tim Kimmerle in die Knie zu zwingen. Max Hering: „Ich habe im ersten Satz sehr hastig gespielt und viele Fehler selbst gemacht. Danach ließ ich die Sache etwas ruhiger angehen und habe selbst nur die Bälle angegriffen, bei denen ich mir sicher war, dass sie effektiv sind.“

Zwei Niederlagen am mittleren Paarkreuz änderten dann nichts an der Tatsache, dass der VfL an diesem Tag bei der Musik war und dem Titelanwärter einen großen Kampf liefern würde. Den Herrenbergern kam zu Gute, dass sie zuletzt recht viel gegen Abwehrkünstler trainiert hatten. Vor allem bei Georg Gerlach und Piet Herr zeigte dies in ihren Partien gegen Gordon Vogt Wirkung, zudem glänzte Andrew Schönhaar im zweiten Einzeldurchgang mit einem überaus deutlichen 11:5, 11:8 und 11:8 über Luis Hornstein. Neuzugang Max Reger führte sich in der wichtigen Schlussphase gleich hervorragend ein, als er gegen Arno Egger den wichtigen achten Zähler für sein neues Team beisteuerte, ehe dann Georg Gerlach gegen Gordon Vogt den 9:5-Gesamtsieg festmachte. Noch einmal Max Hering: „Wir haben heute allesamt eine sehr gute Leistung abgerufen, so dass dieser Erfolg zustande kam. Nach dem tollen Start zum 4:1 glaubten wir irgendwie alle an den Sieg und haben vielleicht noch ein paar Prozent mehr aus uns herausgeholt. Dieser Erfolg zum Saisonauftakt ist natürlich gut für das Selbstvertrauen.“ Dass nun die Bäume nicht in den Himmel wachsen, ist man sich im Herrenberger Lager bewusst. Zumal man sich noch gut an die Saison 2017/2018 erinnert, die mit zwei Erfolgen zum Saisonauftakt ebenfalls phänomenal begann – und trotzdem beendete man die Spielzeit abgeschlagen auf dem letzten Platz. So weit will man es beim VfL diesmal nicht kommen lassen.

Bereits vor der Partie gegen den VfL Sindelfingen II war man sich bei der Herrenberger Landesklasse-Zweiten im Klaren darüber, dass es schwer werden würde, gegen die drei gegnerischen Topspieler Petr Machulka, Daniel Bacher und Martin Finkbeiner bestehen zu können. Dementsprechend musste ab Position vier gepunktet werden, was durch Edgar Jüngling, Damir Stefanac, Tobias Gawlitza und Jochen Kugler auch in den meisten Fällen gelang. Doch der VfL hatte die Rechnung ohne Sindelfingens Rainer Stolz gemacht. Eigentlich nur als Ersatzmann an Position sechs im Einsatz, bewies der Routinier, dass er sich momentan in der Form seines Lebens befindet und im Tischtennisranking derzeit seinen Höchstwert erreicht hat. Jochen Kugler: „Rainer hatte wirklich einen Sahne-Tag erwischt und war letztendlich der Matchwinner für die Sindelfinger.“

Für die Männer V des VfL setzte es in der Kreisliga B-Nord die zweite Niederlage. Gegen Rutesheim IV lag man von Anfang an im Hintertreffen und es gelang nicht mehr, den Rückstand zu egalisieren. So blieb es beim 5:9 bei Herrenberger Punktgewinnen von Michael Schrottwieser, Erich Roob, Benjamin Kauffer, Mateo Prömmel und des Doppels Mateo Prömmel/Dominic Diechle.

Das U 18-Jugendteam des VfL Herrenberg präsentierte sich in der höchsten Jugendspielklasse gut erholt von der Niederlage zum Saisonauftakt in Hofherrnweiler. Die Heimpremiere gelang mit einem insgesamt verdienten 6:1-Erfolg über den Vorjahressechsten TSV Betzingen. Mit einem 1:1 ging es aus den Doppeln, danach ließen die Herrenberger Youngsters nicht mehr allzuviel anbrennen. Spitzenspieler Finn Hiemann gewann beide Einzel souverän in jeweils drei Sätzen. Gabriel Peters musste sich gegen Betzingens Topspieler Paul Schmitz etwas mehr strecken, setzte sich jedoch nervenstark mit 11:6, 6:11, 7:11, 11:9 und 11:9 durch. Am hinteren Paarkreuz sorgten die Brüder Ahmad und Mahmoud El Haj Ibrahim für die Vorentscheidung.

Thomas Holzapfel


 
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Seitenanfang Letzte Änderung am 23.09.2019 VfL Herrenberg